Als ChatGPT Ads im Februar 2026 an den Start ging, waren die Eckzahlen beeindruckend: 100 Millionen US-Dollar Jahresumsatz, über 600 Werbekunden, Start des Self-Service-Zugangs im April. Einen Monat später zeichnen die Leistungsdaten ein komplexeres Bild – und jede Marke, die diesen Kanal in Betracht zieht, muss dies verstehen.
Die Klickrate bei ChatGPT Ads liegt derzeit bei 0,91 %. Der Benchmark für die Google-Suche liegt bei 6,4 %.
Was die CTR-Lücke tatsächlich bedeutet
Eine CTR von 0,91 % klingt im Vergleich zur Suche alarmierend. Aber der Kontext ist entscheidend. Display-Werbung erzielt typischerweise CTRs unter 0,1 %. YouTube-Pre-Rolls liegen im Durchschnitt bei etwa 0,5 %. ChatGPT Ads übertrifft mit 0,91 % die meisten Nicht-Suchformate – es bleibt lediglich hinter der Suche zurück, die seit jeher das Werbeumfeld mit der höchsten Kaufabsicht ist.
Die relevantere Frage ist nicht, ob ChatGPT-Anzeigen so performen wie die Google-Suche. Das werden sie nie. Die Frage ist, ob die Nutzer, die tatsächlich klicken, wertvoller sind – und erste Daten deuten darauf hin, dass dies der Fall ist. ChatGPT-Nutzer befinden sich tiefer im Entscheidungsprozess, wenn sie klicken. Sie haben bereits eine synthetisierte Antwort erhalten; das Klicken auf eine Anzeige bedeutet, dass sie weitergehen wollen. Diese Qualität der Kaufabsicht zeigt sich nicht allein in der CTR.
Das Pilotprojekt wurde verlängert – und ist nun international
OpenAI hatte ursprünglich geplant, das ChatGPT-Ads-Pilotprojekt im April 2026 abzuschließen. Dieser Zeitplan wurde überarbeitet. Das Pilotprojekt wurde bis ins zweite Quartal verlängert, wobei OpenAI die Notwendigkeit anführt, die Leistungsberichte zu verfeinern, bevor der Kanal vollständig für Self-Service-Werbetreibende geöffnet wird.
Gleichzeitig wurde das Programm international auf Kanada, Australien und Neuseeland ausgeweitet – die ersten Märkte außerhalb der USA, die Zugang zu bezahlten Platzierungen innerhalb von ChatGPT erhalten. Die europäischen Märkte werden voraussichtlich im dritten Quartal folgen, vorbehaltlich der behördlichen Prüfung.
Warum die Premium-Preise trotz niedriger Klickrate bestehen bleiben
Trotz bescheidener Klickraten bleiben die CPCs innerhalb von ChatGPT deutlich höher als bei vergleichbaren Google-Suchbegriffen. Werbetreibende zahlen einen Aufpreis für die Platzierung in einem dialogorientierten Kontext, der keine Bannerblindheit, keine Ad-Blocker-Durchdringung und keine Konkurrenz durch andere Anzeigenformate auf derselben Seite mit sich bringt.
OpenAI setzt zudem strenge Frequenzbegrenzungen durch – Nutzer sehen in der kostenlosen Version maximal eine Anzeige pro Konversationssitzung. Diese Knappheit ist beabsichtigt. Sie bewahrt die Nutzererfahrung und hält gleichzeitig das Inventar knapp genug, um in der Anfangsphase des Kanals Premium-Preise zu rechtfertigen.
Was dies für die GEA-Strategie bedeutet
Die Leistungsdaten von ChatGPT Ads deuten nicht auf einen scheiternden Kanal hin. Sie deuten auf einen Kanal hin, der seine Benchmarks noch entwickelt. Jede große Werbeplattform wirkte im ersten Jahr ineffizient – Facebook Ads hatte anfangs katastrophale Kennzahlen; Google-Suchanzeigen brauchten zwei Jahre, um sinnvolle Optimierungspraktiken zu entwickeln.
Die Marken, die jetzt Erfahrungen mit ChatGPT Ads sammeln – und lernen, welche kreativen Formate Engagement generieren, welche Zielgruppensegmente reagieren und welche Landingpages aus dem konversationsbasierten Referral-Traffic konvertieren –, werden einen strukturellen Vorteil haben, wenn der Kanal reift und der Wettbewerb zunimmt. Die Klickrate (CTR) wird sich mit der Weiterentwicklung der Formate verbessern. Die Lernkurve beginnt nicht von vorne.
Quellen: Search Engine Journal – ChatGPT-Anzeigen: Neuer Kanal oder Belastung für Marken? · The Keyword – OpenAI verlängert ChatGPT-Anzeigen-Pilotprojekt · Adventure PPC – 9 ChatGPT-Anzeigen-Funktionen, die 2026 eingeführt werden