Im Markenmarketing vollzieht sich derzeit ein Wandel, den die meisten Agenturen noch nicht vollständig verarbeitet haben. Die Marken, die ihre Budgets früher für SEO ausgaben – also Inhalte erstellten, um in den blauen Links von Google zu ranken –, lenken nun erhebliche Mittel auf ein anderes Ziel um: in KI-generierten Antworten zu erscheinen. Und sie tun dies nicht allein durch Werbung. Sie tun dies durch redaktionelle Vereinbarungen, groß angelegte gesponserte Inhalte und Verweise durch Dritte auf maßgeblichen Websites.
GEO – Generative Engine Optimisation – treibt eine neue Kategorie von Marken-Medien-Vereinbarungen voran.
Warum Erwähnungen durch Dritte wichtiger sind als eigene Inhalte
KI-Modelle wie ChatGPT, Perplexity und Googles Gemini sind darauf trainiert, Informationen aus glaubwürdigen, unabhängigen Quellen zu priorisieren – nicht von der eigenen Website einer Marke. Eine detaillierte Produktbeschreibung auf Ihrer Homepage hat im Denkprozess einer KI weit weniger Gewicht als eine Erwähnung in einer angesehenen Fachpublikation, ein Vergleichsartikel auf einer großen Medienseite oder eine Nennung in einem maßgeblichen Leitfaden.
Dies verändert die Ökonomie des Content-Marketings. Die Produktion von mehr Inhalten auf der eigenen Domain bringt immer geringere Erträge in Bezug auf die Sichtbarkeit in der KI. Das Sammeln von Erwähnungen, Zitaten und Verweisen im gesamten Web bringt hingegen immer höhere Erträge.
Stacker – eine Content-Distributionsplattform, die von Marken wie DoorDash, Unilever und Redfin genutzt wird – berichtet, dass das explizite Ziel vieler Kampagnen mittlerweile darin besteht, die Anzahl der Erwähnungen einer Marke auf Websites Dritter zu erhöhen, insbesondere um die Zitierraten durch KI zu verbessern. Dies ist kein Nebeneffekt der Strategie. Es ist die Strategie.
Wie die neuen Marken-Medien-Deals aussehen
Das Format, das sich 2026 herausbildet, unterscheidet sich von traditionellen gesponserten Inhalten. Anstelle einer einzigen hochkarätigen Platzierung streben Marken eine breite Verbreitung an – Dutzende oder Hunderte von Platzierungen bei mittelgroßen, maßgeblichen Publishern, die alle einheitliche, sachliche Aussagen über die Marke zitieren, die KI-Modelle aufgreifen und wiederholen.
PR Newswire hat diesen Wandel erkannt und im April 2026 den AEO & GEO Brand Report eingeführt – ein Analyseprodukt, das misst, wie häufig KI-Modelle eine Marke referenzieren und positionieren. Die Existenz eines solchen Tools bestätigt, dass die KI-Zitationsrate zu einem formellen KPI in den Budgets für Markenmarketing wird.
VisiGEO kündigte gleichzeitig eine standardisierte GEO-Suite an, die Messrahmen für die Sichtbarkeit in LLM- und KI-Suchen bereitstellt – die ersten Anzeichen für eine sich bildende Brancheninfrastruktur rund um GEO als Disziplin.
Was Microsoft über diese Chance sagt
Der Bericht „All In on AI: Discovery to Influence“ von Microsoft vom April 2026 beschreibt GEO als einen Trichter, der sich von der Entdeckung bis zur Kaufabsicht erstreckt. Der strategische Rahmen: Marken, die in der Entdeckungsphase – wenn ein Nutzer eine KI um eine Kategorieempfehlung bittet – KI-Zitate erhalten, haben einen sich verstärkenden Vorteil, da dieses anfängliche KI-Zitat das nachfolgende Such- und Kaufverhalten des Nutzers prägt.
Die Marke zu sein, die von der KI als erste genannt wird, ist nicht nur ein Gewinn an Sichtbarkeit. Es ist ein Einstiegspunkt in den Trichter, den traditionelle SEO-Rankings nie auf ganz dieselbe Weise geboten haben.
Die GEA-Verbindung
GEO und GEA sind keine konkurrierenden Strategien – sie sind aufeinander aufbauend. Die organische KI-Präsenz (GEO) schafft den Kontext, den bezahlte KI-Platzierungen (GEA) verstärken. Eine Marke, die KI-Modelle bereits als maßgeblich erkennen, wird mit GEA-Anzeigen eine bessere Performance erzielen als eine Marke, für die die KI keinen Kontext hat.
Die Marken, die 2026 in Medienkooperationen mit Drittanbietern für GEO investieren, bauen nicht nur organische Sichtbarkeit auf. Sie legen den Grundstein für GEA-Kampagnen, die Wettbewerber übertreffen werden, die den organischen Schritt übersprungen haben.
Quellen: Axios – GEO treibt neue Marken-Medien-Deals voran · PR Newswire – Veröffentlichung des AEO & GEO Brand Reports · Microsoft Advertising – GEO: Discovery to Influence